Als ich selbst noch Schüler war, bemerkte ich schnell eine Lücke im Schulalltag: Unser Schulserver IServ wurde nicht wirklich genutzt, es gab keine mobile Plattform und auch der Vertretungsplan war nur umständlich zugänglich. Aus dieser Situation heraus entstand die Idee für Scooley – eine Webanwendung, die den Austausch in der Klasse erleichtert und den Schulalltag digitaler und organisierter gestaltet.
Die Anfänge: Ein digitales Hausaufgabenheft
Kern von Scooley war zunächst ein digitales Hausaufgabenheft mit Datei-Upload, das vor allem bei Krankheit oder in anderen Ausnahmesituationen den Zugriff auf Unterrichtsinhalte ermöglichen sollte. Statt Zettelwirtschaft und verpassten Informationen konnten die Mitschüler:innen unkompliziert Aufgaben hochladen und ihre Klassenkamerad:innen stets auf dem Laufenden halten. Gerade an Tagen, an denen jemand fehlte, war das eine enorme Erleichterung.
Bei der Entwicklung von Scooley habe ich nicht nur an Funktionen gearbeitet, sondern auch den Look & Feel selbst gestaltet. Für das erste Logo habe ich mir sogar ein paar kreative Ideen von meiner Oma geholt, die gerne zeichnet und bastelt. Das mag nur ein kleines Detail sein, zeigt aber, wie persönlich das Projekt für mich von Anfang an war – selbst in Sachen Design.


Mehr als 15 Schulen im Blick
Im Laufe der Zeit sind immer mehr Schüler:innen auf Scooley aufmerksam geworden. Insgesamt haben sich Schüler:innen von über 15 Schulen registriert, wobei die intensivste Nutzung am Ratsgymnasium und an der IGS Osnabrück stattfand. Dort setzte sich Scooley besonders stark in einzelnen Jahrgängen durch und wurde stetig an neue Anforderungen angepasst. Auf diese Weise entwickelte sich die Anwendung zu einer vielseitigen Plattform, die unterschiedlichste Bedürfnisse im Schulalltag abdeckt.
Technische Weiterentwicklungen und neue Features
Scooley war mein erstes „großes“ Projekt, das tatsächlich von externen Nutzer:innen verwendet wurde. Ich habe die Anwendung mit der Zeit auf neue Provider umgezogen und verschiedenste Frameworks ausprobiert – manchmal auf Kosten der Code-Wartbarkeit, aber immer mit dem Ziel, Funktionen schnell und zuverlässig bereitzustellen.
Vertretungsplan und Kursnotizbuch
Um den Schulalltag noch reibungsloser zu gestalten, habe ich später eine Vertretungsplan-Funktion integriert. So war es möglich, dass alle Schüler:innen unmittelbar darüber informiert wurden, wenn Stunden ausfielen oder Räume wechselten. Dies stellte einen erheblichen Vorteil gegenüber dem Aushang im Schulflur dar, da betroffene Klassen/Kurse zusätzlich automatisch per Push-Benachrichtigung über die Änderung informiert wurden.
Für die Oberstufe wurden zusätzlich Funktionen implementiert, mittels derer jede:r den individuellen Stundenplan hinterlegen konnte. Die Anwendung passt sich automatisch an die unterschiedlichen Kurse an und stellt sicher, dass alle wichtigen Informationen problemlos geteilt werden können.


Anpassung an aktuelle Bedürfnisse
Während meiner eigenen Schulzeit habe ich Scooley stetig weiterentwickelt, um auf neue Anforderungen zu reagieren. Sei es die Einführung von Wahlpflichtkursen oder sich verändernde Unterrichtszeiten – jede Neuerung war eine Chance, das System noch weiter zu verbessern. Diese enge Verknüpfung mit dem tatsächlichen Schulalltag war einer der Gründe, warum Scooley so gut angenommen wurde: Es war kein starres System, sondern wurde kontinuierlich auf die Anwender:innen zugeschnitten.
Erfahrungen und Erkenntnisse
Scooley hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, den Nutzerfokus nicht aus den Augen zu verlieren. Obwohl ich in puncto Codequalität noch viel lernen musste, war der Austausch mit meinen Mitschüler:innen und Lehrkräften unschätzbar. Ich habe erlebt, wie eine gute Idee sich zu einem echten Helfer im Alltag entwickeln kann, wenn sie konsequent umgesetzt und Feedback berücksichtigt wird.
Ausblick
Auch wenn Scooley heute in Teilen weiterbesteht, habe ich mit dem Projekt meine ersten großen Schritte als Entwickler gemacht und ein tiefes Verständnis dafür gewonnen, wie Webanwendungen im realen Einsatz funktionieren. Diese Erfahrungen nehme ich mit in meine weiteren Projekte. Für mich bleibt Scooley ein Beleg dafür, dass man mit Engagement, Kreativität und einem Auge für die Bedürfnisse der Anwender Großes bewirken kann – selbst dann, wenn man eigentlich „nur“ ein besseres Hausaufgabenheft und einen besseren Vertretungsplan wollte.